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L´Eroica 2015 – Ein Fahrrad-Fest aus Stahl, Tweed und Wein

L´Eroica 2015

L´Eroica 2015 Fotogalerie http://www.eroicagaiole.it/l-eroica-2015

Die 19. Huldigung des Stahls, die L’Eroica fand in Gaiole in Chianti am Sonntag, den 4. Oktober 2015 statt. 60 Nationen wurden von insgesamt 6.000 Fahrern vertreten und hierunter 500 Frauen die die Strapatzen auf sich nahmen. Desweiteren waren einige Persöhnlichkeiten des Radsports vertreten wie Felice Grimondi – einer der ganz wenigen, der alle großen Rundfahrten gewonnen hat, ein wahrer Held. Aus Deutschland war mit Erik Zabel ebenfalls eine Fahrradgröße der Vergangenheit vertreten.

Bei der L’Eroica geht es genauso viel um Kleidung, Essen und natürlich dem Wein genauer dem Chianti, denn wir sind hier im Hezen der Toskana und der Region Chinati dem gleichnamigen Wein der weltweit für seine Herkunft gerümt wird, aber genauso geht es natürlich um das eigentliche den Stahl Rädern. Es ist ein Fest für Retro-Fashionliebhaber für Feinschmecker und für Fahrrad Nostalgiker gleichermaßen. Die meisten von uns waren mit Rädern aus den 60er, 70er oder 80er Stahlrahmen unterwegs. Es gab eine beträchtliche Anzahl in feinstem Tweed, Knickerbockerhose, handgemachte Brogues und stilvolle Sommerkleider aus verschiedenen Epochen auf traditionelle „sit-up und beg ‚Rädern.

Der ganze Sinn der L’Eroica ist für ein selbst, um ein wenig Anstrungen in der Toskana zu erfahren es spielt keine Rolle in welcher Zeit oder in welchem Zustand man das Ziel erreicht. Es ist ein großes durcheinander von Fahrern von jeder der 4 angebotenen Strecken ob nun 46km, 75, km 135km oder die heldenhafte 203km Strecke, im Ziel kommen alle zusammen beim Start handhabt man es ähnlich flexibel. Der erste Start der großen Runden ist von 5 Uhr bis 7 Uhr morgens verteilt. Alle starten wenn Sie meinen das Ihre Zeit gekommen ist. Jeder sieht gut aus, und jeder hat zweifelsohne versucht seinen Look richtig dem Thema anzupassen. Ohne Zweifel ist es die beste Zweirad Motto Party die man sich überhaupt vorstellen kann. Wie Sie durch das Labyrinth der Stände schlendern mit fast jeder Komponente für das Fahrrad und jedes Kleidungsstück was je zu einer Epoche getragen wurde.
Köstlichen Aromen rund um dieses Fest, feinte italienische Gaumenfreuden unwiderstehlich. Feinster Prosciutto, Käse und Salami sind neben riesigen Pfannen von Ragu und Pasta mit Rotem Wein wobei dieser meist in Form von Chianti daher kommt. Wunderbar gestaltete Kuchen und Torten sind zu verlockend und es ist einfach ein Gesetz alles mit einem perfekten Espresso zu begleiten.

Für mich und meine Freundin war dies auf jeden Fall die „Retro-Party-Atmosphäre“ und die schiere Freude mit Gleichgesinnten über die geliebten Stahl-Räder zu erzählen. Alle Strecken kommen nicht um die bekannten Straßen der Toskana herum der „Strade Bianche“, die uns daran erinnern, dass unsere Vorfahren und die Meister der Vergangenheit wahre Helden waren. Den auf Schottenpisten mit Rennrädern unterwegs zu sein ist eine nicht so leichte Aufgabe.

Wir tun es für den Spaß und es ist harte Arbeit auf alten Fahrrädern mit begrenztem Getriebe, aber wir tun es nur für einen Tag. Die Jungs, die volle Rundfahreen darauf bestritten auf diesen Straßen mit schweren Rädern und in unbequemen Outfits verdienen wirklich den größten Respekt. Es waren wahre Helden die uns so schön an unseren Sport erinnern.

Das heißt, diejenigen, die heute die 135 und 205 km Routen wählten sind sicherlich auch moderne Helden des Radsports. Wir saßen nach unserem erfolgreichem Rennen beim Aperitif und konnten bis weit nach 20 Uhr Sportskammeraden bei der Zieleinfahrt in der Dunkelheit beobachten. So starten und beenden die meisten Ihre Fahrt der großen Distanzen in der Dunkelheit. Wir fühlten uns nur ein bisschen beschämt das wir den einfachen Weg genommen hatten über die 75km. Aber mit 7 Stunden für diese Strecke wurden wir absolut ausreichend gefordert. Der Regen an diesem Tag tat sein übriges dazu bei, dass sich die Fahrzeit um einiges bei vielen verlängerte da die Bergabpassagen mit solch betagten Rädern nicht in der Geschwindigkeit nehmen lassen konnten wie üblich. Glück herrschte für diejenigen die in den Startgruppen von 5 Uhr bis 9 Uhr waren. Denn erst dann setzte der Regen ein. Trocken bis ins Ziel hat es aber keiner geschafft.

Niemand genießt oder wünscht sich Regen bei einem Radrennen und so wurde der beginnende Regen wiederwillig akzeptiert. Einer von vielen schönen Momenten war bei einem Anstieg einer Strada Bianchi zum Schloss am Brolio. Die dunklen Bäumen am Wegesrand wurden mit Kerzen angestrahlt, vorrallem für die Teilnehmer die hier in völliger Dunkelheit entlang kamen muss es magisch gewesen sein.

Regen tropfte von den Bäumen spritzte in Wasserpfützen und Wachs tropfte von den Kerzen. Der Geruch vom einsetzendem Herbst vom Holz mit einem kleinen Hauch von Paraffin und dem Glitzern der Flammen vermischt war es wunderschön und wird mir für eine lange Zeit in Erinnerung bleiben. Aber der Einzige Gedanke beim fahren ist nur: nach vorne blicken und die Qual schnell zu Ende bringen, denn um ehrlich zu sein, es macht eine Menge Spaß, aber bei Kälte im Regen Bergauf Bergab zufahren, sich mit weißen Schlamm gegenseitig zu bespritzten von Kopf bis Fuß. Das sind Dinge die einem erst im Nachhinein ein lächeln auf die Lippen bringen. Am Nachmittag jedoch wurde die Mehrheit mit Sonnenschein bedacht, so dass jeder bei den wundervollen Pausen trocknen konnte. Die Pausen waren die Höhepunkte auf der Strecke man zählte die Kilometer, bis zum nächsten Versorgungspunkt. Ciabatta mit Aufstrich und Öl mit Käse und Salami und vor allem Wein. Ja richtig zu einem gepflegten Retro Radrennen gehört jede Menge Wein für zwischendurch, um die Strapazen zu ertragen.

Die Delikatess-Pausen sind etwas ganz besonderes auf der L’Eroica. So wie in der gesamten Region wird auf leckeren Käse, Schinken-Sandwiches und wunderbare hausgemachte Torten und Süßes viel wert gelegt. Viel Roten Wein wurde ebenso zu Schwerverletzten gegeben um die Schmerzen zu ertragen und für die ohne Unfälle gab es auch genügend Wein um die Beschwerlichkeiten zu verkraften.

Am Ende gab es noch eine große Pasta-Party in einem Festzelt in Gaiole in denen es noch mehr leckres Essen gab als sowieso schon. Und wie soll es anders sein noch mehr Wein. Es gibt eine Version für die Profis von heute, die Fabian Cancellara zweimal gewonnen hat. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob er auch soviel Zeit für Salami, Käse Schinken und Wein hatte oder es Ihn stoppen könnte und er so der Versuchung Widerstand. Ich würde dies nicht missen wollen und die Verpflegung bei der L´Eroica war neben  den fantastischen Ausblicken zwischendurch das absolute Highlight!

Danke, an das wundervolle Gaiole in Chianti. Vielen Dank L’Eroica.

Fotogalerie

http://www.eroicagaiole.it/l-eroica-2015

Oktoberfest 2015 – Die Bilanz zur Wiesn

Was bleibt von der Wiesn 2015: Weniger Hendl, weniger Bier, dafür der Trend zu abseitigen Gewändern und Lederhosen-Hotpants.

Quelle: Oktoberfest 2015 – Die Bilanz der koiden Wiesn